Die Geschichte vom hässlichen Entlein geht nun weiter …

Wenn du in deinem Leben als Kind zufrieden bist, ist alles toll. Doch dann kommst du, heute noch viel früher als damals, an den Punkt, an dem du dich selbst reflektieren kannst. Du wächst heran und beginnst nach links und rechts zu schauen. Ich habe begonnen in dem Zustand der Zufriedenheit ins wanken zu geraten und mich beschäftigten seither stets meine Fragen:
Warum habe ich keine besten Freunde? Ist das überhaupt so?
Bin ich zu dick und hässlich, dass ich ständig anecke?
Warum sind viele so negativ fixiert auf mich?
Ich wechselte in der 5. Klasse die Schule und es war bitter nötig. Mit elf Jahren ohne besonderen Aufwand mit einer 2,0 einer der Besten in der Klasse zu sein, zeigt vielleicht, dass wir alle evtl. relativ anspruchslos in der Schule waren. Meine Familie wechselte den Wohnsitz und das zog ebenso den Schulwechsel nach sich.
Das war zu Beginn eine neue Herausforderung… und sollte leider, trotz vieler positiver Dinge, eine bleiben.
Wie in einem kitschigen, amerikanischem Teeniefilm bewarf man mich in der ersten Stunde mit Papierkügelchen. Auf der anderen Seite gab es die eine, die ich seit meiner Geburt kenne. Sie nahm mich an ihre Seite und ich durfte mich daneben setzen. Ich war demnach happy und trotzdem super unsicher. Und das Mädchen, was mir die Hand reichte, war neben den Leistungsansprüchen der neuen Lehrer, meine neue vorpubertäre Herausforderung.
Ich weiß nicht wie, aber die schulischen Leistungen habe ich mit viel lernen und ein wenig Bluff auf einen Notenschnitt von 1,3 gebracht. Man, war ich stolz, aber das Soziale war mir eigentlich viel wichtiger! Doch da wollten mir die Sachen nicht so „einfach“ von der Hand gehen. Insgesamt stand ich unter großem Druck in meiner gesamten Schulzeit. Meine Art und Weise wie ich war, muss öfter auffallend gewesen sein, immer wieder von dieser einen Person aufgehetzt, wurde ich von der Klasse ausgeschlossen. Irgendwann brachte mich das jedoch anderen Mitschülerinnen wieder näher. Daraus ergab sich DER ENTSCHEIDENE MOMENT meines Lebens. Eine meiner „neuen“ Klassenkameradinnen brachte mich und meine – hört und staunt – beste Freundin zum Karnevel. Jaaaaaa! Einmal Kopfkino oder unten einfach aufs Foto schauen ;D
Wir drei mussten uns in einer starken Tanztruppe beweisen und die Leistungen der anderen erreichen, um dabei zu bleiben, an der Saison und den Turnieren teilzunehmen.
Zum ersten Mal klickte es richtig! 
Ich war gern beim Training. Auch mit den beiden und den anderen Mädels! Dsa Tanzen war mein Hobby und meine Leidenschaft. Ich war aber noch nicht da, wo ich sein musste, als ich kurz vor dem Rausschmiss stand. „Shasha du bist einfach die Schlechteste und wir haben dir oft gesagt, dass wenn sich das nicht ändert, bist du raus aus der Gruppe! Du kriegst die Beine nicht hoch genug und Spagat links wie rechts kannst du nicht.“ Das sagte mir meine Trainerin an meinem scheinbar vorletzten Training.
Es war eben nur Jux für mich oder mein Anspruch war immer ausreichend. Nur nicht ausreichend genug…
Aber das wollte ich auf gar keinen Fall! Meine Freundinnen teilen sich den neuen Spaß am Tanzen, ich soll so schlecht sein und die Bühne werde ich nie kennenlernen?! Egal… Sie sagte ich fliege raus, weil ich zu schlecht sei!
Es war ein magischer Moment: Schule, Leute … alles egal! Ich kann nicht sagen, dass ich viel geübt hätte. Muss ich ja?!  Es gab nur nach drei Tagen ein „Letztes Training“ und das Treffen davor mit meinen beiden Freundinnen. Und sie bemerkten beim Üben: „S du kannst ja richtig gut Spagat und deine Beine sind soooo hoch!“ Motiviert fuhr ich auf meinem Fahrrad zum Training. Tja, was soll ich sagen, seit diesem Tag sind wir ein Team gewesen und ich habe sehr oft in der ersten Reihe stehen dürfen. Ich wurde zu einer der besten Tänzerinnen der Gruppe und war präsenter durch die Bühne als zuvor!
Ich lernte viele viel ältere Jugendliche und Erwachsene kennen und setzte Prioritäten im Leben. Der Brandenburger Karnevalsclub wurde zu meinem sozialem Brennpunkt, formte meinen Ehrgeiz und was seitdem in der Schule lief war mir fast egal! Die Leistungen stimmten und Freunde in dem Sinne hatte ich in den höheren Klassen und im Verein.

Dennoch war ich unzufrieden, denn ich war immer pummelig und damit auch unzufrieden. Scheinbar deswegen auch eine Zielscheibe für Hänseleien! Ein Mädchen aus der 8. Klasse wollte mich damals zusammenschlagen, weil ich hässlich sei… Ich wollte das alles nicht!
Wie damals, als ich fast aus der Gruppe flog, war ich wieder angeheizt etwas zu tun. Da kam der Beachvolleyball in mein Leben und 6 Wochen Sommerferien nur Sport und zu wenig Essen. Zehn Kilo schmolzen halb ungesund dahin. Ich ging in die Sommerferien mit 58 Kilo und kam zurück in die Schule mit 48 Kilo. Ich war 16 und schlank! Halleluja! Nun wäre ich akzeptiert und alles ändert sich, denn ich fühle mich echt gut! 

Ich führe meine weiteren schulischen Fehlerlebnisse an dieser Stelle nicht weiter aus! Ich denke euch durch die Fotos eine Verwandlung, wie die des hässlichen Entleins in der gleichnamigen Geschichte, zeigen zu können. Was mich zu diesem Ehrgeiz und Anspruch an MICH selbst brachte, veränderte mich elementar. Und die Erfolge auf der Bühne wurden eine Art Lebenselixier. Die Leute in der Schule und generell redeten wie immer viel und wirres Zeug, welches mich immer wieder verunsicherte! Aber ich ging mit der Unterstützung und dem Zuspruch meiner Eltern einfach weiter und ließ mich nicht von meinen Erfolgen ablenken. Das alles zog nicht weniger Aufmerksamkeit oder Neid auf mich – damit hieß die eigentliche und neue Aufgabe in meinem Leben: Akzeptiere dich und den Charakter anderer. 
Ich war unter anderem in der städtischen Zeitung aufs mieseste und unwahre zerpflückt und an den Pranger gestellt worden! Ich wusste alles ist Blödsinn, nur die anderen nehmen das als gefundenes Fressen.
Lerne damit umzugehen und dich dadurch unter keinen Umständen noch weiter verunsichern zu lassen!  Dachte ich mir und wurde immer von meinen Partnern in meinen Projekten unterstützt. Diese kannten mich und meine Aufgaben, Fähigkeiten wie Absichten ja!
Aber darüber könnte ich ein ganzes Buch allein schreiben. Das sagte mir meine Mutter. Sie weiß noch alle Geschichten ganz genau… aber ich habe das Prinzip der Verdrängung bis zur Perfektion verinnerlicht und das regt mich und meine Erinnerungen kaum! 
Was ich beim Karneval lernte, bleibt die Basis meiner darauffolgenden Projekte. Nach 10 Jahren verließ ich dann den Club, der mich dahin weit gebracht hat, aber nicht weiter bringen konnte und ich entschied mich mein eigenes Ding durchzuziehen. Ich bekam noch Unterstützung einiger Karnevalistinnen. Damit war der erste Erfolg vorprogrammiert, aber führte zu hierarchischen Diskrepanzen, die sich im Laufe der Zeit eliminierten und die Gruppe – neu und alt – formiert zu einer Bekanntheit in meiner Heimat machte. (Dazu mehr im nächsten Post)
Demnach weiß ich immer woher ich komme und ich habe viel gelernt, doch wenn ich mein eigenes Ding ins rollen bringe wollte, dann muss ich mir die Leute um mich herum aussuchen und Neid und Missgunst, als Erfolgshemmer, ausschließen. Es kommt eh bei der Öffentlichkeitsarbeit viel Angriff von außen, da muss die Gruppe stabil sein und „weiter wollen“. 
Wie mein Projekt nach dem Brandenburger Karnevalsclub hieß? Viele wissen es ja:
BodyTalk Entertainment – Das Baby, dass so schnell erfolgreich laufen lernen sollte…
To be continued…
Beim letzten Teil der Triologie:
Die Geschichte vom hässlichen Entlein – Was mir der Ehrgeiz und der Applaus brachte..

Mein 12. Lebenjahr – das 1. im BKC ..
Das kleine pummelige Funkenmariechen möchte gern von ihrem Applaus angespornt werden ;D
JA, daher habe ich den Hang und den Drang mich zu verkleiden und in andere Rollen zu schlüpfen.
Das lenkte mich schon immer von meinem schulischen Alltag ab und machte mich trotz hartem Training glücklich.
Wir lachten immer und darum ging es ja! Was soll ich da eigentlich darstellen?! Alles war eben ausbaufähig ;D
Meine Jugenweihe – hmmm…chic!
Das war der historische Tag, an dem ich meine High Heels  kennenlernte
und außer zum Trainieren nie wieder auszog. 
Oh nee! mit 16 Jahren habe ich immer noch nicht kapiert, dass mir rot nicht steht.
Der Babyspeck lässt nur meinen hohen Gewichtsverlusst erahnen…
Mit 20 Jahren habe ich keine Ahnung vom Schminken, aber Ehrgeiz und meinen  Charakter. Ich fühlte mich körperlich wohl. Die optische Metamorphose wird nicht mehr sooo stark stattfinden, aber mich immer begleiten.
Gab´s da schon H&M? Scheinbar bin ich modisch noch nicht wirklich auf dem richtigen Weg ;D
Ist das lange her… kurz vor meinem Abschied vom BKC