Wie habe ich es oft zu den Eltern meiner Kids gesagt: „Jeder trägt immer verschiedenste Masken. Eine Für die Schule, eine für den Hort, eine auf der Straße … aber keine zu Hause.“
Die Masken, die ich meine, besitzen wir wegen ihrer unterschiedlichen Funktionen: als Schutz, aus Freundlichkeit, Respekt, aufgrund von Niveaufragen, der Gruppenzugehörigkeit.
Es sind eben Gesichter, welche wir je nach gewünschter Außenwirkung oder anhand des Selbstwertes auf- und absetzen.
Ich will nicht sagen, dass das unbedingt schlecht sein muss!
Jedoch, die schweren Masken können wir in unseren Rollenspielen nur über eine bestimmte Zeit tragen. Somit sind es die engen Beziehungen in Familien oder Freundschaften, in denen wir dann gern auf sie verzichten und uns einfach so zeigen, wie wir sind. 
Zuhause ist der Ort an dem wir die Hüllen fallen lassen, uns andere sehen, wie wir sind und uns genau dafür lieben. Auch wenn die Engsten als Ventil für Stress und Frust gelten, vergesst nicht wer immer an eurer Seite stehen wird. Es ist hier völlig belanglos, was ihr tut, angestellt habt oder euch gar im Ton vergreift, denn auch das gehört zu euch. Dann zählt nur noch eine ehrlich gemeinte Entschuldigung aus tiefstem Herzen ohne weitere Diskussion, denn die, die euch wirklich lieben und hinter euch stehen, haben jedes Verständnis und verzeihen.

Ach und meine Damen: bei den Herren gilt es auch als Entschuldigung, wenn sie aufhören laut zu sein und euch fragen, ob ihr ein Eis willst.

Ich habe für mich festgestellt, dass man ab einem bestimmten Alter seine Masken alle wieder ablegt. Das trifft leider nicht auf alle Fälle zu, aber vielleicht auf diejenigen, die partout ihre Masken wahren wollen. Schafft euch Authentische an! Man erkennt sehr viele Maskeraden auf den ersten Blick und entlarvt. Öffentlich demaskiert zu werden ist weder schön, noch selten und das tut meist mehr weh, als ab und an über seinen eigenen Schatten zu springen, man selbst zu sein – mit allen Fehlern, Macken und Unbehaglichkeit!